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Neuer Bewohner im Park

Faultier "Bilbo" wartet auf Euch im Pukara

Ja, Ihr habt richtig gehört. Seit dieser Saison ist unser Faultier namens "Bilbo" ins Pukara bzw. zu den Schmetterlingen eingezogen. Und das mit gutem Grund: Im graubraunen Fell des Tieres leben Motten, die die Algenproduktion anregen und somit eine weitere Nahrungsquelle für die Faultiere schaffen. Aber auch mit anderen Tieren des Parks teilt das Faultier eine Verbindung: Einige Vogelarten nutzen das Fell der Faultiere für den eigenen Nestbau. Da sich das Faultier nur sehr langsam bewegt, ist es für die Vögel ein Leichtes sich schnell zu bedienen. Das Fell eignet sich besonders gut für Nester aufgrund der wasserabweisenden Funktion und der Dichte. Auch wenn es erst einmal ungewöhnlich aussieht, so hat unser Faultier durchaus ebenfalls etwas mit unseren Kolibris gemeinsam - nämlich einen sehr ungewöhnlichen Stoffwechsel. Während dieser bei den Kolibris sehr schnell ist, ist er beim Zweifinger-Faultier eben besonders langsam. Aufgrund der sehr energiearmen Ernährung, die meist aus Pflanzen, Insekten und Früchten besteht, und dem daraus resultierenden niedrigen Stoffwechsel bewegt sich das Faultier nur sehr langsam. Damit macht es seinem Namen aller Ehre: Am liebsten hängt das Zweifinger-Faultier an einem Ast und ruht sich aus. Erst am späten Nachmittag wird es aktiv und klettert dann auch gerne im Gehege herum. Im Fokus des Parks werden immer die Vögel stehen, dennoch freuen wir uns, auch regelmäßig neue Lebensräume für weitere Tierarten im Park zu schaffen.

Übrigens trifft Zweifinger-Faultier "Bilbo" im Weltvogelpark Walsrode auf einen alten Bekannten: Weltvogelpark-Geschäftsführer Javier Gimeno. Damals noch im Zoo Faunia in Madrid tätig, war Gimeno einer der Ersten, der Bilbo kurz nach der Geburt sah. „Ich erinnere mich noch an den Anruf aus der Faultier-Station, dass Faultiermutter Betty das Baby zur Welt bringt. Ein besonderer Moment, denn Bilbo sollte der erste Faultiernachwuchs im Zoo Faunia sein“, erinnert sich Javier Gimeno. Mittlerweile ist Bilbo dreieinhalb Jahre alt und kehrt zu seinen deutschen Wurzeln zurück. Denn Mutter Betty stammt ursprünglich aus dem Tiergarten Heidelberg.